____ _ _ _ _
| _ \ ___ | |_ (_) _ __ ___ __| | (_) __ _
| |_) | / _ \ | __| | | | '_ \ / _ \ / _| | | | / _ |
| _ < | __/ | |_ | | | |_) | | __/ | (_| | | | | (_| |
|_| \_\ \___| \__| |_| | .__/ \___| \__,_| |_| \__,_|
|_|
- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b
ÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻ
Mochlitz
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
top
Mochlitz (niedersorbisch Mochlice)cite-ref-1[1] ist ein bewohnter Gemeindeteil in der Gemeinde Jamlitz im Landkreis Dahme-Spreewald (Brandenburg). Mochlitz war im ausgehenden Mittelalter und der frĂŒhen Neuzeit ein Vasallengut des Klosters Neuzelle und bis 1816 eine Exklave des Kreises Guben im Kreis LĂŒbben.
Contents
âą Geographie
âą Geschichte
âą Belege
âą Literatur
âą Einzelnachweise
âą Weblinks
ââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââââ
Geographie
Mochlitz liegt nur knapp 3 km Luftlinie nordöstlich von Lieberose und etwa 12 km Luftlinie sĂŒdöstlich von Friedland. Es liegt am Nordende des Raduschsees. Die Gemarkung von Mochlitz wurde mit der Eingemeindung nach Jamlitz aufgelöst; Mochlitz gehört nun zur Gemarkung Jamlitz. Die ehemalige Gemarkung grenzte im Norden an Trebitz, im Nordosten und Osten an Ullersdorf, im SĂŒden an Jamlitz und im Westen an Goschen. Zur ehemaligen Gemarkung gehörte auch der fast 3 km vom Ortskern entfernt liegende Mochlitzer See und die dortige, heute nicht mehr existierende Mochlitzer MĂŒhle (um 1900). Mochlitz ist ĂŒber einen kleinen Verbindungsweg von Jamlitz von SĂŒdosten und durch die K 6103, die von der westlich verlaufenden B 168 abzweigt, zu erreichen.
Das Lieberoser MĂŒhlenflieĂ entspringt nordöstlich des Ortskerns auf der ehemaligen Mochlitzer Gemarkung, flieĂt zunĂ€chst nach Westen um dann nach ostsĂŒdöstlicher Richtung umzubiegen und mĂŒndet in den Radduschsee. Es verlĂ€sst den Raduschsee an dessen SĂŒdende.
Geschichte
Der Ort wurde möglicherweise bereits in einer Hebeliste des Klosters Neuzelle aus den Jahren 1416/26 als ?okalicz erstmals urkundlich erwĂ€hnt. Sicher ist eine Nennung aus dem Jahr 1557 als Mocklitz. Nach Ernst Eichler könnte der Ortsname von *moch = Moos abgeleitet sein, aber auch von einem Personennamen *Moch-l.cite-ref-eichler-2-0[2] Nach Rudolf Lehmann im Historischen Ortslexikon soll das Dorf ursprĂŒnglich ein Runddorf gewesen sein. Die Besitzgeschichte ist nur lĂŒckenhaft dokumentiert.cite-ref-historisches-ortslexikon-3-0[3]
Nach Rudolf Lehmann kam das Dorf zwischen 1370 und 1429 in den Besitz des Klosters Neuzelle. Es war jedoch als Vasallengut vergeben. Von der Mitte des 16. Jahrhunderts bis in die Mitte des 17. Jahrhunderts war es an die Familie von Zabeltitz verlehnt. Er folgert diese Besitzgeschichte daraus, dass Mochlitz ab der Mitte des 17. Jahrhunderts mit Ullersdorf verbunden war, dessen Besitzgeschichte besser dokumentiert ist. Nach Rudolf Lehmann wurde Mochlitz 1661 an die von Schlieben verkauft. Er gibt dafĂŒr aber keinen Urkundenbeleg an. In einer Streitsache datiert vom 17. Oktober 1666 zwischen mehreren Vettern von Schlieben um die Mitbelehnung an Golzig (heute Kasel-Golzig) wird beilĂ€ufig erwĂ€hnt, dass Zacharias Otto von Schlieben seinen Vetter Joachim Friedrich von Schlieben auf Golzig bei der Belehnung seines âneu erkauften Gutesâ Ullersdorf in die Gesamte Hand aufgenommen habe, und dies auch bei der Belehnung des Gutes Mochlitz tun wolle. Damit dĂŒrfte Ullersdorf und Mochlitz erst 1665/6 von Zacharias Otto von Schlieben erworben worden sein. WĂ€re Ullersdorf und Mochlitz von Zacharias Otto schon 1661 erworben worden, wĂŒrde in der Urkunde von 1666 bestimmt nicht mehr von einem neu erkauften Gut die Rede sein. AuĂerdem gibt es noch eine Notiz in Georg Schmidts Die Familie von Zabeltitz (Zobeltitz), dass Ullersdorf von einer Frau von Zabeltitz an einen Rittmeister von Schlieben verkauft wurde.cite-ref-schmidt-4-0[4] Die letzten Besitzer von Mochlitz aus der Familie waren die BrĂŒder Johann Georg und Joachim Friedrich von Zabeltitz, Söhne des Anton von Zabeltitz. Bei der Niederlage der brandenburgischen Truppen in der Schlacht bei Lyck im Zweiten Nordischen Krieg am Michaelistag (29. September) 1656 wurde der brandenburgische Quartiermeister Joachim Friedrich von Zabeltitz von tatarischen Truppen gefangen genommen und als Sklave verkauft. Falls Joachim Friedrich verheiratet war, könnte die obige Notiz, dass Ullersdorf von einer Frau von Zabeltitz an einen Rittmeister von Schlieben verkauft wurde, zutreffen. Aus diesen vagen Hinweisen, dass Mochlitz zusammen mit Ullersdorf an die von Schlieben verkauft wurde, folgert R. Lehmann im Historischen Ortslexikon nun, dass Mochlitz wie Ullersdorf bereits in der 2. HĂ€lfte des 16. Jahrhunderts im Besitz derer von Zabeltitz war.cite-ref-historisches-ortslexikon-3-1[3] Houwald fand fĂŒr diese Besitzgeschichte in Bezug auf Mochlitz jedoch keinen Beleg.cite-ref-houwald3-231-5-0[5]
Zacharias Otto war einer der drei Söhne des Zacharias von Schlieben auf Rutzko (Rutzkau, Gemeindeteil von Bronkow). Seine Mutter war Felicia von Stutterheim. Der Bruder Adam Christian war schon um 1650/1 gestorben, der dritte Bruder hieĂ Caspar Loth. Seine Schwestern waren Felicia Magdalena, verheiratet mit Georg von Zschertwitz auf Briesen und Tornow und Anna Catharina, seit dem 8. August 1651 verheiratet mit Caspar von Leipzig(er) auf Herbersdorf (heute Ortsteil der Gemeinde Niederer FlĂ€ming). Zacharias Otto hatte bereits 1653 mit Einwilligung seines Bruders Caspar Loth das Gut Rutzkau an Hans Christoph von Muschen (oder Mosch) verkauft. Sein Bruder Caspar Loth hatte dagegen 1664/6 das Gut Reicherskreuz gekauft. Der neue Besitzer von Ullersdorf (und Mochlitz) war mit Margarethe Elisabeth von Petersdorf verheiratet. Sie war die Tochter des Joachim von Petersdorf, dem die HĂ€lfte von GroĂ Drewitz (Ortsteil von Schenkendöbern) gehörte. Zacharias Otto hatte zwei Söhne, Georg Friedrich und Johann Zacharias sowie einige, namentlich nicht bekannte Töchter. 1670 kaufte er von seinem Schwiegervater die HĂ€lfte des Dorfes GroĂ Drewitz. Mochlitz soll 1671 bis 1674 nochmal an die von Zabeltitz verkauft worden sein (nach R. Lehmanncite-ref-historisches-ortslexikon-3-2[3]). Houwald dagegen fand keinen Hinweis auf einen erneuten Besitz derer von Zabeltitz in Mochlitz. Er nimmt an, dass dies wohl nur pfandweise geschah oder dass das Gut in nicht lehensrechtlich gehöriger Form geschehen war. Zacharias Otto starb am 23. Februar 1675 und wurde in Grano beigesetzt. Nach R. Lehmann soll Mochlitz dann spĂ€ter ab 1685 in den Besitz derer von Schönermark gekommen sein. Ăber die Besitzer in der Zwischenzeit (1674 bis 1685) schweigt er sich aus. Houwald geht jedoch davon aus, dass Mochlitz wohl erst von dem Sohn des Zacharias Otto, Hans Zacharias von Schlieben verĂ€uĂert worden ist, denn sein Vater Zacharias Otto war ja schon 1675 verstorben. 1692 wurde ihm bescheinigt, dass er fĂŒnf Jahre in Kriegsdiensten am Rhein gestanden hĂ€tte und unabkömmlich war. Er hatte daher die Belehnung in die gesamte Hand fĂŒr Golzig und Oderin nicht rechtzeitig befolgen können, wurde aber nach Zahlung von 50 Talern pardonniert. 1697 wurde er zum Leutnant befördert, 1698 zum Hauptmann, und er brachte es schlieĂlich bis zum Oberst. Nach dem erbenlosen Tod des Joachim Friedrich von Schlieben fiel ihm schlieĂlich Golzig zu. Allerdings folgte darauf noch ein Prozess um die Lehenfolge mit den anderen Mitbelehnten, der bis 1743 andauerte.
Houwald fand nur einen vom 5. Oktober 1690 datierten Lehnsbrief fĂŒr Hans Caspar von Schönermark ĂŒber das Gut Ullersdorf und auch Mochlitz. Ăber den Vorbesitzer wird in der Urkunde nichts ausgesagt, d. h., dass es sich wohl eher um eine Wiederbelehnung handelte. Der am 7. Januar 1631 in Hartmannsdorf geborene Hans Caspar war in erster Ehe mit Polixena Elisabeth von Löben verheiratet, mit der er vier Kinder hatte, die Söhne Hans Caspar d. J., Cuno Ernst, Hans Adam (1679â1753) und Sofie Eleonore (* 1677). 1682 heiratete er in 2. Ehe Elisabeth Gertraud von Stutterheim, Tochter des Georg von Stutterheim und der Margaretha Barbara von Schönfeld auf Werben.cite-ref-schlieffen-6-0[6] 1662 hatte Sigismund d. J. von Schönfeld Ernstens Hof in Werben an seinen Schwager Georg von Stutterheim verkaufen mĂŒssen.cite-ref-houwald7-7-0[7] Hans Caspar d. Ă. hatte noch einen Bruder Alexander von Schönermark auf Hohenahlsdorf. Hans Caspar d. Ă. starb am 18. Februar 1714; der Doppelgrabstein fĂŒr ihn und seine Frau Elisabeth Gertraud ist in der Kirche von Trebitz aufgestellt.cite-ref-dehio-8-0[8] Er hinterlieĂ die beiden Söhne Hans Caspar d. J. und Hans Adam, die 1714 einen Erbvergleich schlossen, nach dem Mochlitz an Hans Adam ging, Ullersdorf an Hans Caspar d. J. 1727 gehörte Mochlitz dem Hans Adam von Schönermark.cite-ref-t-pler-378-9-0[9] Die beiden hatten noch eine Schwester Ursula Elisabeth (1688â1768), die mit Siegmund Ernst von Karras auf Jetsch (heute ein Ortsteil von Kasel-Golzig) verheiratet war. Hans Adam war mit Eva Christine von Karras verheiratet, der Bruder des Siegmund Ernst von Karras, der mit seiner Schwester Ursula Elisabeth verheiratet war. Eine weitere Schwester der beiden Karras war Hedwig Sofie, die mit Ernst Friedrich von Schönermark, dem Sohn des Alexander von Schönermark auf Hohenahlsdorf verheiratet. Hans Adam von Schönermark auf Mochlitz hatte aus seiner Ehe mit Eva Christine von Karras drei Söhne, Erdmann Heinrich, den frĂŒh verstorbenen Hans Siegmund und einen NN., der der Vater des August Wilhelm von Schönermark war sowie eine Schwester Johanna Christiane, die den Johann Gottlob von Karras aus dem Hause Schenkendorf geheiratet hatte. Diese Ehe blieb kinderlos und Johann Gottlob von Karras fiel 1745 als kursĂ€chsischer Leutnant in der Schlacht bei Kesselsdorf. Hans Caspar d. J. war am 5. Mai 1740 ohne Leibeserben gestorben; Ullersdorf fiel deshalb an seine Neffen Erdmann Heinrich von Schönermark und August Wilhelm von Schönermark (Schönnermark). Letzterer ist spĂ€ter auf Hohenahlsdorf nachgewiesen. Er war mit Caroline von Weisse verheiratet, mit der er einen Sohn Ludwig Carl Constantin hatte, der spĂ€ter nach Ăsterreich ging. Erdmann Heinrich von Schönermark (* 27. August 1708 in Mochlitz) erhielt nun Ullersdorf. Er hatte am 7. November 1741 in Trebitz Eva Caroline Johanna Sophia von ThĂŒmmel geheiratet. Er besaĂ auĂerdem das Gut Linderode (heute Lipinki ĆuĆŒyckie, Powiat Ć»arski, Polen).cite-ref-archiv-10-0[10]
Das Gut Mochlitz ging an die Schwester des Erdmann Heinrich, Johanna Christine verh. von Karras. Sie lebte anscheinend nach dem Tod ihres Mannes Johann Gottlob von Karras 1745 in Lieberose und starb dort am 14. Februar 1752. 1748 hatte sie Mochlitz um 9.000 Taler an Georg Anton Graf von der Schulenburg und Besitzer der Standesherrschaft Lieberose verkauft. Er trat jedoch nicht selbst als KĂ€ufer auf, sondern gab den Bruder der Johanna Christine, Erdmann Heinrich von Schönermark als KĂ€ufer an. Er hatte wie er spĂ€ter angab, aus âgewissen Bedenkenâ, die leider nicht bekannt sind, nicht selbst als KĂ€ufer auftreten können. Mitbelehnt waren der Lieberoser BĂŒrgermeister Michael Heym und der Hofrichter Martin Christoph Geras (Karras). Georg Anton Graf von der Schulenburg wollte 1776 nun selbst die Lehn ĂŒbernehmen. Doch die Erben des Hofrichters Geras/Karras versagen ihm die Zustimmung. Daraufhin kam es zum Prozess, den die Geras/Karras-Erben jedoch verloren. 1778 konnte Georg Anton von der Schulenburg das Gut Mochlitz selbst ĂŒbernehmen. Er starb am 6. Dezember 1778 in Lieberose. Da Mochlitz nicht zum Majorat (Standesherrschaft Lieberose, Zickosche GĂŒter, Lamsfeldsche GĂŒter) gehörte, fiel Mochlitz zusammen mit Anteilen von Mittweide und Schuhlen an Carl Ernst Georg Graf von Podewils. Dieser verkaufte Mochlitz am 9. November 1779 an den Hauptmann Ernst Sigismund von Mosch auf Kunersdorf (heute ein Ortsteil der Gemeinde Rietz-Neuendorf, Lkr. Oder-Spree). Der Kauf wurde am 2. Mai 1780 vom Kloster bestĂ€tigt. Ernst Sigismund von Mosch hatte 1775 von Erdmann Heinrich von Schönermark bereits das Gut Ullersdorf fĂŒr 16.000 Taler und 200 Taler SchlĂŒsselgeld erworben. Mitbelehnt waren der LandesĂ€lteste und Hauptmann Ernst Abraham von Stutterheim auf Wiese und Hans Heinrich Ludwig von Winterfeld auf Krayne und LĂŒbbinchen.
Ernst Sigismund von Mosch war am 30. Juni 1724 in Altdorf (Kreis Sagan) geboren worden. Er starb am 11. Juni 1787 in Berlin, seine beiden Söhne Carl Ernst Gottlob und August Sigismund Leberecht (* 24. MĂ€rz 1775 Cunersdorf; â 24. Juli 1842 in Bagenz, Kreis Spremberg) waren zu diesem Zeitpunkt noch minderjĂ€hrig. Deshalb beantragte ihr Vormund Hans Heinrich Ludwig von Winterfeld Indult (Aufschub) bis zur VolljĂ€hrigkeit. Am 8. April 1797 wurde Carl Ernst Gottlob mit Ullersdorf und Mochlitz belehnt, am 27. Juni 1797 schlieĂlich auch August Sigismund Leberecht. Sie hatten aber bereits am 21. Januar 1797 den Kaufkontrakt zum Verkauf der beiden GĂŒter an den grĂ€flich schulenburgischen Hofrichter Johann Friedrich Wiesener unterzeichnet. Wiesener scheint Mochlitz noch im gleichen Jahr an Dietrich Ernst Otto Albrecht von der Schulenburg auf Lieberose verkauft zu haben. Es verblieb anscheinend nun bei der Herrschaft Lieberose; dort wird es von der Topographisch-statistische Uebersicht des Regierungsbezirks Frankfurth a. d. O. fĂŒr das Jahr 1818 aufgefĂŒhrt.cite-ref-bersicht1820-11-0[11] Dagegen nennt die Topographisch-statistische Uebersicht des Regierungsbezirks Frankfurth a. d. O. von 1844 (Stichjahr 1840) als Besitzer von Mochlitz einen gewissen Richter in Lieberose.cite-ref-bersicht1844-12-0[12] Nach Berghaus ist dieser C. F. Richter Besitzer von Mochlitz seit ca. 1830.cite-ref-berghaus-540-13-0[13] Dagegen wird dieser Richter im Amtsblatt des Regierungsbezirks Frankfurt a. d. O. von 1856 als Gutsbesitzer, prinzlicher Oberamtsmann und DomĂ€nenpĂ€chter Richter in Lieberose beschrieben.cite-ref-amtsblatt1856-14-0[14] Im Topographisch-statistische[n] Handbuch des Regierungs-Bezirks Frankfurt a. O. von 1867 (Stichjahr 1864) wird der Besitzer als Oberamtmann Richter zu Göritz im Kreis Sternberg nĂ€her bezeichnet.cite-ref-handbuch1867-15-0[15] Auch Riehl fĂŒhrt Richter als Besitzer.cite-ref-riehl-scheu-16-0[16] Das Generaladressbuch von 1879 nennt als Besitzer den königlichen Oberamtmann Richter zu Göritz (heute GĂłrzyca, Powiat SĆubicki, Polen). Im Handbuch des Grundbesitzes von 1885 ist der Besitzer erstmals mit Vornamen als Carl Richter aufgefĂŒhrt, als sein Wohnort wird nun genauer Frauendorf bei Göritz im Kreis Weststernberg angegeben.cite-ref-handbuch-des-grundbesitzes-17-0[17] Das Rittergut war damals 165 ha groĂ. R. Lehmann gibt dagegen an, dass Mochlitz bis ins 20. Jahrhundert im Besitz derer von der Schulenburg blieb. 1907 wird tatsĂ€chlich noch Grundbesitz der Standesherrschaft Lieberose genannt. Es handelte sich um 800 ha Wald und 50 ha WasserflĂ€che. WĂ€hrend das Rittergut mit den AckerflĂ€chen verkauft worden war, verblieb der Waldbesitz bei der Standesherrschaft Lieberose.
| Bevölkerungsentwicklung von 1818 bis 2002 [ 3 ] [ 18 ] | Bevölkerungsentwicklung von 1818 bis 2002 [ 3 ] [ 18 ] | Bevölkerungsentwicklung von 1818 bis 2002 [ 3 ] [ 18 ] | Bevölkerungsentwicklung von 1818 bis 2002 [ 3 ] [ 18 ] | Bevölkerungsentwicklung von 1818 bis 2002 [ 3 ] [ 18 ] | Bevölkerungsentwicklung von 1818 bis 2002 [ 3 ] [ 18 ] | Bevölkerungsentwicklung von 1818 bis 2002 [ 3 ] [ 18 ] | Bevölkerungsentwicklung von 1818 bis 2002 [ 3 ] [ 18 ] | Bevölkerungsentwicklung von 1818 bis 2002 [ 3 ] [ 18 ] | Bevölkerungsentwicklung von 1818 bis 2002 [ 3 ] [ 18 ] |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Jahr | 1818 | 1846 | 1871 | 1890 | 1910 | 1925 | 1939 | 1946 | |
| Einwohner | 86 | 85 | 111 | 112 | 105 | 108 | 82 | 129 | |
Das Dorf Mochlitz
Im Jahr 1708 lebten in Mochlitz nur zwei KossĂ€tenfamilien. Das Dorf hatte eine Schatzung von 500 Gulden. 1723 waren zu den zwei KossĂ€ten drei BĂŒdner hinzugekommen. Im Schmettauschen Kartenwerk von 1767/87 ist nordwestlich von Mochlitz am Lieberoser MĂŒhlenflieĂ die Mochlitzer MĂŒhle eingezeichnet und nur wenig davon entfernt auch eine WindmĂŒhle. Die (um 1900 so bezeichnete) Mochlitzer MahlmĂŒhle ist als Kolonie bezeichnet. Die (alte) WassermĂŒhle ist noch um 1900 existent, die WindmĂŒhle ist dagegen verschwunden. 1790 mussten die Mochlitzer ihre Kinder nach Ullersdorf in die Schule schicken; Ullersdorf hatte bereits einen festangestellten Schulmeister.cite-ref-t-pler-267-19-0[19] 1793 werden fĂŒnf FreihĂ€usler erwĂ€hnt. 1809 wohnten zwei KossĂ€ten und sechs HĂ€usler oder BĂŒdner in Mochlitz. 1818 wurden 16 âFeuerstellenâ und 81 Einwohner gezĂ€hlt.cite-ref-bersicht1820-11-1[11] Separat aufgezĂ€hlt ist die Mochlitzer WassermĂŒhle mit einer Feuerstelle und fĂŒnf Bewohnern. 1840 werden nun 16 WohngebĂ€ude genannt, in denen 76 Menschen lebten.cite-ref-bersicht1844-12-1[12] Der Ort wird als âDorf mit einer WassermĂŒhleâ bezeichnet. Berghaus (1855) nennt eine WassermĂŒhle und eine HollĂ€ndische WindmĂŒhle fĂŒr Mochlitz erwĂ€hnt. Der Gutsbezirk hatte eine GröĂe von 3818 Morgen, die bĂ€uerliche Feldmark betrug dagegen nur 271 Morgen.cite-ref-berghaus-535-20-0[20] Allerdings ist zu vermuten, dass die HollĂ€ndische WindmĂŒhle irrtĂŒmlich hier aufgefĂŒhrt ist. Sie ist auch nicht im Urmesstischblatt von 1846 verzeichnet und wird in keiner anderen Quelle erwĂ€hnt. 1864 standen 21 HĂ€user in Mochlitz, in denen 104 Menschen wohnten.cite-ref-handbuch1867-15-1[15] Die WassermĂŒhle war im Besitz eines gewissen SchĂŒtze.cite-ref-riehl-scheu-16-1[16] Bis um 1900 war die Oberförsterei Mochlitz eingerichtet worden. In der Topographischen Karte 1:25.000 Blatt 3952 GroĂ Muckrow ist am Ostufer des Raduschsees ein Park eingezeichnet. 1929 wurden der Gutsbezirk Mochlitz aufgelöst und in die Gemeinde eingegliedert.cite-ref-amtsblatt1929-21-0[21] Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde in Mochlitz die Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG) Heideland gegrĂŒndet.cite-ref-lpg-22-0[22] Der Sitz der Revierförsterei Mochlitz befindet sich heute im Schlosshof in Lieberose. Die Jagdgenossenschaft Jamlitz-Mochlitz hat den kleinen Ort in ihrem Namen behalten.cite-ref-jagdgenossenschaft-23-0[23]
Kirchliche Zugehörigkeit
Der Ort hat keine Kirche und war immer zur Landkirche in Lieberose eingepfarrt.cite-ref-berghaus-535-20-1[20]
Politische Zugehörigkeit
Mochlitz war ein Vasallengut des Klosters Neuzelle; der Ort war deshalb eine Exklave des Gubenschen Kreises im Krummspreeischen Kreis (auch LĂŒbbenscher Kreis genannt) und kam erst mit der Kreisreform von 1816 zum Kreis LĂŒbben.cite-ref-amtsblatt1816-24-0[24] Zum 1. Juli 1950 wurde es nach Jamlitz eingemeindet, die Gemarkung wurde mit der Gemarkung Jamlitz vereinigt. In der Kreisreform von 1952 kam Mochlitz zum Kreis Beeskow, der nach der Wende 1990 noch in Landkreis Beeskow umbenannt wurde. Im Zuge der Ămterbildung im Land Brandenburg schloss sich Jamlitz 1992 mit 13 anderen Gemeinden und der Stadt Lieberose zum Amt Lieberose zusammen. 1993 wurde der Kreis Beeskow zusammen mit den Kreisen EisenhĂŒttenstadt-Land und FĂŒrstenwalde zum Landkreis Oder-Spree fusioniert. Jamlitz war aber abgetrennt worden und kam zum neuen Landkreis Dahme-Spreewald. Am 26. Oktober 2003 wurden Leeskow und Ullersdorf in die Gemeinde Jamlitz eingemeindet. Mochlitz hat seither nur noch den Status eines Gemeindeteils der Gemeinde Jamlitz, d. h. ohne eigenen Ortsbeirat. Zeitgleich wurde das Amt Lieberose mit dem Amt Oberspreewald zum Amt Lieberose/Oberspreewald fusioniert, das seither die VerwaltungsgeschĂ€fte der Gemeinde Jamlitz besorgt.
Belege
Literatur
âą Heinrich Berghaus: Landbuch der Mark Brandenburg und des Markgrafthums Nieder-Lausitz. Band 2, Adolph MĂŒller, Brandenburg 1855, S. 603 (Online bei Google Books) (im Folgenden abgekĂŒrzt Berghaus, Landbuch, 3 mit entsprechender Seitenzahl)
âą Götz Freiherr von Houwald: Die Niederlausitzer RittergĂŒter und ihre Besitzer. Band III: Kreis LĂŒbben. Verlag Degener & Co., Inhaber Gerhard Gessner, Neustadt an der Aisch 1984, ISBN 3-7686-4109-0 (im Folgenden abgekĂŒrzt. Houwald, RittergĂŒter, 3 mit entsprechender Seitenzahl)
âą Rudolf Lehmann: Historisches Ortslexikon der Niederlausitz. Band 1, Hessisches Landesamt fĂŒr geschichtliche Landeskunde, Marburg 1979, ISBN 3-921-254-96-5 (im Folgenden abgekĂŒrzt Historisches Ortslexikon Niederlausitz, 1 mit entsprechender Seitenzahl).
âą Winfried Töpler: Das Kloster Neuzelle und die weltlichen und geistlichen MĂ€chte 1268â1817. (= Studien zur Geschichte, Kunst und Kultur der Zisterzienser. Band 14). Berlin 2003, ISBN 3-931836-53-3 (im Folgenden abgekĂŒrzt Töpler, Kloster Neuzelle mit entsprechender Seitenzahl)
Einzelnachweise
cite-note-11. â Eintrag âMochliceâ in der niedersorbischen Ortsnamendatenbank auf dolnoserbski.de
cite-note-eichler-22. â Ernst Eichler: Die Ortsnamen der Niederlausitz. Verlag VEB Domowina, Bautzen 1975, S. 79.
cite-note-historisches-ortslexikon-33. â Historisches Ortslexikon Niederlausitz, 1, S. 206/7.
cite-note-schmidt-44. â Georg Schmidt: Die Familie von Zabeltitz (Zobeltitz). Rathenow 1888, S. 163.
cite-note-houwald3-231-55. â Houwald, RittergĂŒter, 3, S. 231â239.
cite-note-schlieffen-66. â Martin Ernst von Schlieffen: Nachricht von einigen HĂ€usern des Geschlechts der von Schlieffen oder Schlieben vor Alters Slivin oder Slivingen. Waisenhaus-Buchdruckerey, Cassel 1784, Online bei Google Books
cite-note-houwald7-77. â Götz Freiherr von Houwald: Die Niederlausitzer RittergĂŒter und ihre Besitzer. Band VII: Kreis Kottbus. Verlag Degener & Co., Inhaber Manfred Dreiss, Neustadt an der Aisch 2001, ISBN 3-7686-4206-2, S. 233.
cite-note-dehio-88. â Georg Dehio (Bearbeiter Gerhard Vinken u. a.): Handbuch der Deutschen KunstdenkmĂ€ler Brandenburg. Deutscher Kunstverlag, 2000, ISBN 3-422-03054-9.
cite-note-t-pler-378-99. â Töpler, Kloster Neuzelle, S. 378.
cite-note-archiv-1010. â Archiv fĂŒr Sippenforschung und alle verwandten Gebiete. Band 14, C. A. Starke 1937, S. 192 Schnipsel bei Google Books
cite-note-bersicht1820-1111. â Topographisch-statistische Uebersicht des Regierungsbezirks Frankfurth a. d. O. G. Hayn, Berlin 1820, S. 212.
cite-note-bersicht1844-1212. â Topographisch-statistische Uebersicht des Regierungs-Bezirks Frankfurt a. d. O. Gustav Harneckerâs Buchhandlung, Frankfurt a. O. 1844, Online bei Google Books, S. 172.
cite-note-berghaus-540-1313. â Berghaus, Landbuch 3, S. 540.
cite-note-amtsblatt1856-1414. â Amtsblatt der Königlich PreuĂischen Regierung zu Frankfurt a. d. O. AuĂerordentliche Beilage zum Amtsblatt No. 41 vom 8. Oktober 1856, S. 20 Online bei Google Books
cite-note-handbuch1867-1515. â Topographisch-statistisches Handbuch des Regierungs-Bezirks Frankfurt a. O. Verlag von Gustav Harnecker u. Co., Frankfurt/Oder 1867, Online bei Google Books, S. 200.
cite-note-riehl-scheu-1616. â Wilhelm Heinrich Riehl, J. Scheu: Berlin und die Mark Brandenburg mit dem Markgrafthum Nieder-Lausitz in ihrer Geschichte und in ihrem gegenwĂ€rtigen Bestande. J. Scheu, Berlin 1861, Online bei Google Books, S. 636.
cite-note-handbuch-des-grundbesitzes-1717. â Paul Ellerholz: Handbuch des Grundbesitzes im Deutschen Reiche: mit Angabe sĂ€mmtlicher GĂŒter, ihrer QualitĂ€t, ihrer Grösse (in Culturart), ihres Grundsteuerreinertrages; ihrer Besitzer, PĂ€chter, Administratoren etc.; der Industriezweige; Poststationen; ZĂŒchtungen specieller Viehraçen, Verwerthung des Viehstandes etc. Nach amtlichen und authentischen Quellen; 1: Das Königreich Preussen, 1: Provinz Brandenburg. 2., verb. Aufl., Nicolai, Berlin 1885.
cite-note-historisches-gemeindeverzeichnis-181. Beitrag zur Statistik Landesbetrieb fĂŒr Datenverarbeitung und Statistik Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005 19.3 Landkreis Dahme-Spreewald PDF
cite-note-t-pler-267-1919. â Töpler, Kloster Neuzelle, S. 267.
cite-note-berghaus-535-2020. â Berghaus, Landbuch 3, S. 535.
cite-note-amtsblatt1929-2121. â Beschluss des PreuĂischen Staatsministeriums ĂŒber die Auflösung der Gutsbezirke vom 30. September 1929. In: Amtsblatt der Regierung Frankfurt/Oder. Sonderausgabe vom 30. Sept. 1929, S. 202 f.
cite-note-lpg-2222. â Tierzucht. Band 17, VEB Deutscher Landwirtschaftsverlag, Berlin 1963 Schnipsel bei Google Books
cite-note-jagdgenossenschaft-2323. â Jagdgenossenschaft Jamlitz-Mochlitz (Memento vom 23. Januar 2015 im Internet Archive)
cite-note-amtsblatt1816-2424. â Amtsblatt der der Königlichen PreuĂischen Regierung zu Frankfurt a. d. Oder. Nr. 12 vom 20. MĂ€rz 1816, Online bei Google Books, S. 107.
Weblinks